Sonntag, 20. Januar 2013

Mali: Keine Lust mehr auf Scharia

"Es ist unglaublich, dass sobald in einem Land die Scharia gilt, westliche Länder wie Frankreich einen Krieg gegen es beginnen" - mit solchen Worten begründen ägyptische Salafisten ihre Proteste vor der französischen Botschaft in Kairo. Derweil ist die Geiselnahme in Algerien extrem blutig zu Ende gegangen: Bei der wenig durchdachten Erstürmung des Gasfeldes durch Spezialeinheiten der algerischen Armee sind zwar alle Geiselnehmer erfolgreich liquidiert worden, aber leider wurden vorher schnell noch alle 23 Geiseln hingerichtet. Auch diese Geiselnahme war eine Antwort der Salafisten auf die französische Intervention in Mali - die Grande Nation darf sich schon jetzt auf einen "heißen Tanz" einstellen, bei dem keine Form terroristischer Angriffe mehr ausgeschlossen werden darf.

In Mali selber führt das Institut Gallup jährliche Umfragen durch und - wie es der Zufall will - hat am Freitag die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die im Oktober und November 2012 durchgeführt und bei der die gleichen Fragen gestellt wurden wie bereits 2010 und 2011. Und die Ergebnisse zeigen deutlich, dass den Menschen in Mali die Lust auf die Scharia vergangen ist: Der Aussage "Die Scharia soll die einzige Quelle der Gesetzgebung sein" stimmen nur noch 13 Prozent der Befragten zu (2010: 29 Prozent), aber der Meinung, die Scharia solle überhaupt keine Quelle der Gesetzgebung sein, stimmen inzwischen 51% der Befragten zu (2010: 13 Prozent). Bei solchen Zahlen verwundert es nicht weiter, dass es in Mali auch große Zustimmung zur militärischen Intervention Frankreichs gibt.

Die Erklärung für den Sinneswandel so vieler Menschen in Mali ist erschreckend einfach: Zwischen 2010 und 2012 haben die Salafisten von Ansar Dine die Scharia im Norden des Landes eingeführt. Und nachdem die Menschen erleben mussten, dass die Scharia in der Praxis Abtrennung von Gliedmaßen, Vergewaltigungen "nicht ausreichend verhüllter" Frauen, willkürliche Hinrichtungen und andere Verbrechen bedeutet, ist ihnen die Lust darauf ganz schnell wieder vergangen.

Mit dem Islamismus ist es wie mit dem Sozialismus: Solange alles weit weg ist, gilt es als schick, es zu verharmlosen oder gut zu finden und herbeizureden - und wer es gar herbeizubomben versucht, der wird schnell zum "Freiheitskämpfer" oder zum Märtyrer. Aber wer eine dieser kranken Ideologien einmal in der Realität erlebt hat, der will nichts mehr davon wissen.

1 Kommentar:

  1. "Der Terror kommt aus dem Herzen des Islam
    Dem wahren Gesicht des Islam begegnet man nicht auf der deutschen Islamkonferenz. Man begegnet ihm in Ländern wie Pakistan. Dieser Islam richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Koran leben - gegen Demokraten, gegen Atheisten und vor allem gegen Frauen. Und die Welt schaut wie paralysiert zu." Von Zafer Senocak

    http://www.welt.de/politik/article1500196/Der-Terror-kommt-aus-dem-Herzen-des-Islam.html

    Islam heißt nicht umsonst Unterwerfung. Wer sich nicht unterwirft, wird die Folgen tragen, wie seit 1.400 Jahren.

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