Sonntag, 9. Dezember 2012

Wenn WDR-Journalisten beleidigt sind

"Hier zeigen endlich mal Leute eine klare Position, back to the roots. Salafisten haben daher eine große Anziehungskraft für haltlose muslimische Jugendliche. Es ist eine beachtenswerte Lifestyle-Haltung, wenn sie ohne Gewalt bleibt. Das wird weiter große Anziehungskraft haben. So waren auch die Hippies in den 1970er Jahren attraktiv für die Jugend, wurden aber von der Mehrheitsgesellschaft lächerlich gemacht" - das sagte die GEW-Funktionärin Sanem Kleff, die seit zwölf Jahren die bundesweite Aktion Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage leitet, am vergangenen Montag im ehemaligen SED-Zentralorgan Neues Deutschland.

Wenn ein geistig gesunder (?) Mensch nach 9/11, den Terror-Anschlägen von London und Madrid, den brutalen Morden von Mohammed Merah, den Angriffen ägyptischer Salafisten auf Kopten und, last but not least, den Salafisten-Krawallen von Bonn und Solingen die Ideologie des Salafismus als "beachtenswerte Lifestyle-Haltung" bezeichnet und darüber hinaus in einem Atemzug mit Gewaltfreiheit nennt, dann gehört das zu den Dingen, zu denen einem nichts mehr einfällt! Außer vielleicht der Feststellung, dass jemand, der die radikalste und zweifelsfrei gewalttätigste Variante des Islamismus so verklärt und mit Hippies vergleicht, vielleicht nur eingeschränkt dazu geeignet ist, eine Aktion wie Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage zu leiten. Oder gar nicht.

Im gleichen Beitrag des Neuen Deutschlands meldet sich übrigens auch noch ein alter Bekannter zu Wort: Ahmet Senyurt. Mönchengladbacher Salafisten-Gegnern ist Herr Senyurt noch gut bekannt, weil er vom Herbst 2010 bis zum Frühjahr 2011 über viele ihrer Aktivitäten berichtet hat. Aber leider hat er nicht wirklich objektiv und vollständig berichtet: Für den WDR hat Senyurt ein nettes Filmchen produziert, in welchem sich die damalige BI (Bürgerinitiative MG-Eicken) als pro-muslimische Anti-Salafisten-Initiative präsentieren durfte. Daraus, dass dieses politisch korrekte Filmchen immer und immer wieder auf Phoenix wiederholt wird, kann man schließen, dass es ganz nach dem Geschmack des "Rotfunks" gewesen sein muss. Über die andere damalige Initiative, die politisch etwas weiter links stehende, aber dafür islamkritische IgS (Interessengemeinschaft gegen Salafismus) jedoch hat Herr Senyurt mit keinem einzigen Wort und keiner einzigen Einstellung berichtet. Er hat in seiner Dokumentation einfach so getan, als ob es diese Initiative gar nicht geben würde. Und über so etwas wie die mysteriösen Einstellungen von Strafverfahren gegen hochrangige Salafisten durch die Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft würde dieser politisch korrekte Journalist ohnehin nie berichten.

Und jetzt beklagt sich Ahmet Senyurt im Neuen Deutschland darüber, man wolle in den Medien offenbar "nur das Bild des Chaos verbreitenden radikalen Muslims". Auch weist er uns darauf hin, dass es ja gar nicht die Schuld des Chaos verbreitenden radikalen Muslims sei, wenn er Chaos verbreitet: "Dass es in Solingen und Bonn zu Ausschreitungen kam, lag eindeutig an taktischen Einsatzfehlern der Polizei. Die haben das nicht klar gegen die proNRW-Leute abgeschirmt. Das habe ich dann berichtet und dafür eins aufs Dach gekriegt."

So, so: Nicht die Salafisten sind dafür verantwortlich, wenn sie gewalttätig werden, auch nicht proNRW, wie lange Zeit von unseren linkspolitisch korrekten Medien suggeriert wurde. Nein, in Wahrheit ist es die Schuld der Polizei, wenn Salafisten gewalttätig werden. Vermutlich waren auch 9/11, die Terror-Anschläge von London und Madrid und natürlich auch die brutalen Morde Mohammed Merahs nur auf taktische Einsatzfehler der Polizei zurückzuführen - die beteiligten Salafisten jedoch waren vollständig unschuldig. Somit sollte man Verbrecher, die ein Verbrechen begangen haben, auch gar nicht mehr verurteilen. Sondern den Polizisten, der dieses Verbrechen nicht verhindert hat!

Wenn man einen solchen Unfug liest, dann wird man das Gefühl nicht los, dass Ahmet Senyurt beleidigt ist? Aber vielleicht ist er ja auch nur deshalb beleidigt, weil es trotz allem immer noch vereinzelte Journalisten gibt, die das tun, was er - zumindest in Mönchengladbacher Zusammenhängen - nie getan hat: vollständig und wahrheitsgemäß berichten.

Kommentare:

  1. Wie gefährlich sind die Salafisten:

    http://www.ardmediathek.de/hr-fernsehen/meinungsmacher/wie-gefaehrlich-sind-die-salafisten?documentId=10555594

    Fazit vom Muslim Ahmet Senyurt: man muss differenzieren. Salafisten wollen den islamischen Gottesstaat für Deutschland mit der Scharia - die anderen "friedlichen" Muslime nicht, die sind alle verfassungs- und grundgesetzkonform.

    Ach, Ahmet Senyurt - wer's glaubt! Lesen sie den Koran über Kuffar (Ungläubige).



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  2. Ich hab gerade mal bei Wiki nach dem Artikel über Frau gesucht http://de.wikipedia.org/wiki/Sanem_Kleff gelesen... das ekligste dabei war nicht etwa ihr Artikel, sondern dass da auf einen Artikel verlinkt wird namens "Interkulturelles Lernen". Soviel Fussnagelkringeln hattet ihr noch nie!

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    1. Wikipedia wird von linken Zensoren kontrolliert. Das ist mir deutlich bewusst geworden, als in Zusammenhang mit der Polenz/Wachendorff-Affäre im Wiki-Eintrag zu Ruprecht Polenz plötzlich auch mein Beitrag dazu als Quelle aufgeführt wurde. Wochen später war alles wieder verschwunden, seitdem findet man im Wiki-Eintrag zu Herrn Polenz kein einziges Wort mehr über diesen Skandal - sondern nur noch Gutes über Polenz.

      Orwell lässt grüßen!

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    2. Ich halte es inzwischen für sinnvoller, nicht mehr die Artikel zu korrigieren sondern auf den Diskussionsseiten seine Meinung darzustellen. Kluge Menschen schauen immer bei der Diskussionsseite vorbei, und für die anderen können wir nichts. Diskussionsseiten werden weit weniger zensuriert.
      Z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Islamfeindlichkeit#Islamfeindlichkeit_nicht_nur_im_Westen

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