Samstag, 1. Dezember 2012

Salafisten zur Einführung der Scharia in Ägypten

"Für gläubige Muslime ist die Entwicklung in Ägypten ein Schritt in die richtige Richtung. Aber auch Nichtmuslime könnten davon profitieren. Sie müssten sich insch'Allah nur ein wenig über den Islam informieren" - so sehen die deutschen Salafisten von Dawa-News die Einführung der Scharia in Ägypten: auch Nicht-Muslime könnten davon profitieren, um zu wissen, wie und warum, müssten sich diese nur "ein wenig" informieren.

Na, dann hören wir doch zur Abwechslung mal auf die Herren Salafisten und informieren uns inscha-dingsbums ein wenig über den Islam und die Scharia! Und wer könnte uns da bessere Informationen geben als Samir al-Sheikh, der an der Al-Azhar-Universität, der wichtigsten Bildungseinrichtung für Geistes- und Naturwissenschaften im sunnitischen Islam, "Scharia-Wissenschaft" unterrichtet? Und dieser feine Herr erzählt uns: "Im christlichen und jüdischen Westen hat man die komplette Trennung zwischen Religion und dem täglichen Leben. Man geht vielleicht noch zur Kirche, ist religiös auf die eine oder andere Art. Der Islam hingegen ist ein alles umfassender Lebensweg. Der Islam ist mit dir, wenn du aufwachst am Morgen, und begleitet dich, bis du zu Bett gehst. Die Scharia gibt einen kompletten Kodex von islamischen Gesetzen, die unser Leben durchdringen bis ins letzte Detail und angewendet werden müssen." 

Aha. Vom Moment des Aufwachens bis zu dem Moment, wo man wieder ins Bett geht, lebt der Mensch nach den Regeln der Religion - und all das regelt die Scharia. Ein Regelwerk, welches das Leben des Menschen "bis ins letzte Detail" bestimmt. Noch deutlicher hätte man es gar nicht mehr formulieren können, dass wir es hier mit einer Religion zu tun haben, die das Individuum komplett entrechtet. Eine Entrechtung des Individuums, die es nicht einmal in jener unsäglichen Ideologie namens Sozialismus gegeben hat, denn selbst diese Verirrung der Menschheit hat sich darauf beschränkt, dem Menschen elementare Freiheitsrechte vorzuenthalten, ihm aber irgendwo zwischen Aufwachen und Schlafengehen noch ein paar Momente und Nischen gelassen, in denen er sich sein Leben ganz nach seinem Gusto gestalten durfte. Solche Nischen jedoch lassen Islam und Scharia nicht zu - hier hat das Leben des Menschen bis ins letzte Detail der Religion untergeordnet zu sein.

Eine Gesellschaftsform, in der sich der Mensch in jedem Detail seines Seins einer Ideologie unterzuordnen hat, bezeichnen wir formal als Totalitarismus, eine Ideologie, die solches fordert, bezeichnen wir als totalitäre Ideologie. Im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch hat sich dafür die Vokabel "Faschismus" etabliert. Und ob die Salafisten und Samir al-Sheikh davon überzeugt sind, dass die Scharia von Gott käme, ist für die rationale Beurteilung irrelevant. Einfach deswegen, weil es für den Menschen herzlich wenig Unterschied macht, ob er denn nun von einem atheistischen Faschismus, einem säkularen Faschismus oder - wie in diesem Fall - von einem religiösen Faschismus entrechtet wird.

Faschismus bleibt Faschismus.