Mittwoch, 19. Dezember 2012

Keine Lust auf Terror-Bekämpfung?

"Es ist nicht eine Frage ob, sondern wann etwas Schlimmes in NRW passiert" - mit diesen Worten kommentierte Arnold Plickert, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Wahrscheinlichkeit eines islamistischen Terror-Anschlages in unserem Bundesland. Dummerweise jedoch wird man etwas mehr als eine Woche nach dem glücklicherweise gescheiterten Salafisten-Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof das Gefühl nicht los, dass sich außer Ismail Tipi, der unermüdlich konsequente Maßnahmen gegen Salafisten fordert, niemand wirklich dafür interessiert. Und Ismail Tipi ist kein nordrhein-westfälischer Politiker, sondern hessischer Landtagsabgeordneter.

Die nordrhein-westfälische Politik interessiert sich jedenfalls nicht sonderlich dafür, irgendwas gegen Salafisten zu tun. Den Vogel hat natürlich wieder einmal Innenminister Ralf Jäger abgeschossen, der die Islam-Verbände in "die Ermittlungen miteinbeziehen" will und auf sogenannte Aussteigerprogramme hofft. Nun ja: Wer ernsthaft glaubt, Islam-Verbände hätten ein Interesse an der Bekämpfung des Salafismus, gar auf "Aussteiger" hofft, der ist entweder mit totalem Un-Ernst bei der Sache oder lebt in der Traumwelt der Märchen aus 1001 Nacht - bei einem SPD-Politiker könnte beides der Fall sein.

Medien und Bundespolitik reagieren auf den gescheiterten Anschlag mit einer Scheindebatte über Video-Überwachung. Eine solche Debatte muss man nicht weiter ernst nehmen, denn kein Jihadist dieser Welt wird sich jemals durch eine Video-Überwachung von seiner Tat abhalten lassen. Dieser mehr als lächerlichen Debatte kann man aber deutlich entnehmen, dass Medien und Bundespolitik anscheinend einen Konsens darin haben, die eigentlichen Debatten, nämlich die über den Umgang mit dem Salafismus, unbedingt vermeiden zu wollen.

Am auffälligsten ist jedoch, wie sehr sich die Islam-Kritik zurückhält: Das islamkritische Internet hat über den Anschlag und über die Ermittlungen gegen die Salafisten berichtet - und dann ganz schnell wieder von diesem Thema abgelassen. Stattdessen ist man zur gewohnten, qualitativ hochwertigen Berichterstattung darüber zurückgekehrt, in welcher deutschen Stadt ein Muslim gerade seine Freundin oder wen-auch-immer verprügelt hat. Obwohl islamkritisches Internet und Links-Presse sich normalerweise nicht sonderlich mögen und auch immer gerne gegenseitig beschimpfen, sind sich beide im Moment doch merkwürdig einig darin, die eigentlich brisanten Fragen, die aus diesem gescheiterten Anschlag resultieren, besser gar nicht erst diskutieren zu wollen.

Zurück bleibt das hässliche Gefühl, dass Medien, Politik und selbst die Islam-Kritik den Terror-Anschlag im Namen Allahs, der eines Tages tatsächlich Ungläubige ins Jenseits befördert, längst akzeptiert haben - frei nach dem Motto: Der Islam gehört zu Deutschland, der Terrorismus also auch. Alles Weitere überlässt man, wie jedes andere ungelöste gesellschaftliche Problem auch, einfach der Polizei. Und wer am Tag X zur falschen Zeit im falschen Zug sitzt, der hat eben Pech gehabt.

Kommentare:

  1. Die islamkritische Seite bedauert es, dass der Anschlag schief gelaufen ist. Sie bedauert es natürlich nicht wirklich, aber so ist das ganze nicht hilfreich. 10 Tote hätte es geben sollen. Mindestens. Wie war es denn beim versuchten Anschlag auf das Oktoberfest in München vor ein paar Jahren? Genau dasselbe. Die Sache verlief ebenfalls im Sande.

    Der Deutsche erwacht erst, wenn ihm eine Anschlagsserie à la London oder Madrid vor die Nase gesetzt wird. Könnte man meinen. Aber diese Aussage ist ein Irrtum. In England ist kaum jemand aufgewacht. In Spanien haben die Menschen ganz andere Sorgen, nämlich wirtschaftlicher Natur.

    Die ganze Sache ermüdet mich ungemein.

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  2. Auch wenn die meisten Muslime es nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Koran leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen. Er ist Handwerk des männerbündischen Islam, der mit aller Macht verhindern möchte, dass Frauen gleichberechtigt werden und ihre Jahrhunderte lange Unterjochung ein Ende findet.

    http://www.welt.de/politik/article1500196/Der-Terror-kommt-aus-dem-Herzen-des-Islam.html

    Der Berliner Autor Zafer Senocak, 1961 in der Türkei geboren, lebt seit 1970 in Deutschland.

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