Montag, 10. Dezember 2012

Die NPD und ihr Respekt vor dem Islam

Diejenigen unter den Mönchengladbacher Salafisten-Gegnern, die von Anfang an dabei waren, erinnern sich bestimmt: Am 14.08.2010 haben auf dem Eickener Marktplatz ca. 20 NPD-Anhänger gegen die damals von den Mönchengladbacher Salafisten geplante "Islamschule" zu demonstrieren versucht. Das war der Versuch der NPD, die begründeten Ängste Mönchengladbacher Bürger für ihre Zwecke zu missbrauchen. Es blieb jedoch bei diesem einen Versuch, denn die Eickener Bürger zeigten der NPD an diesem Tage sehr deutlich, dass man sie hier in Mönchengladbach nicht haben und nicht sehen will (hier). Danach wurde die NPD in der Auseinandersetzung um die Mönchengladbacher Salafisten nie wieder gesehen. Glücklicherweise!

Umso seltsamer wirkt es, dass jetzt ausgerechnet Holger Apfel, Chef dieser wenig appetitlichen Partei, in der F.A.Z. kundtat, die NPD würde niemals mit Mohammed-Karikaturen demonstrieren. Begründet hat er das mit dem "Respekt vor dem Islam" (hier). Man fragt sich: Wie passt es zusammen, dass eine rechtsextreme Partei, die in der Vergangenheit berechtigte Ängste der Menschen vor den Salafisten als Anlass für Demos begriffen hat, jetzt von "Respekt vor dem Islam" redet? Und wie verträgt sich diese Aussage damit, dass Redakteure unserer linkspopulistischen Medien tagtäglich suggerieren, es gäbe eine Nähe von Islam-Kritik und Rechtsextremismus?

Fangen wir mit dem scheinbaren Widerspruch der NPD an, der sich bei näherer Betrachtung schnell auflöst, denn die Anti-Salafisten-Demo der NPD war nichts anderes, als ein Versuch, sich denen, die von den etablierten Parteien enttäuscht sind, anzubiedern und als Alternative zu präsentieren. Situationen, in denen die etablierten Parteien kläglich versagen, bieten sich dafür nun mal an - und genau diese Situation hatten wir im August 2010 in Mönchengladbach. Eigentlich bieten sich alle Situation dafür an, in denen die Menschen den Eindruck haben, dass die etablierten Parteien deutsche Interessen verraten - und das sind heutzutage ja nicht gerade wenige. Beruhigenderweise jedoch fällt kaum jemand auf solche Spielchen herein: Ein Wahlergebnis von 0,5% bei der letzten Wahl in Nordrhein-Westfalen zeigt deutlich, dass uns die NPD keine Sorgen machen muss.

Dass Neo-Nazis deswegen den Eindruck zu erwecken versuchen, sie würden sich gegen Salafisten stellen, weil sie gegen den Islam wären, ergibt jedenfalls keinerlei Sinn: Die Salafisten sind nichts anderes als der pure und unverfälschte Islam im ursprünglichen Sinne. Und die Bewunderung, die Nazis für den Islam empfinden, ist geradezu legendär. Hitlers Bewunderung für den Islam war in der Grausamkeit und Brutalität des Islams begründet, welche er im Christentum vermisst hat. Die "deutsch-palästinensische Freundschaft", die Adolf Hitler zusammen mit dem Großmufti von Jerusalem begründet hat, wird bis zum heutigen Tag von den Neo-Nazis fortgeführt. Übrigens nicht nur von denen der NPD, sondern auch und ganz besonders von denen in linken Parteien und Gruppierungen. Man darf in diesem Zusammenhang auch nicht übersehen, dass der nationale Sozialismus und der Islam noch sehr viel mehr gemeinsam haben als "nur" Brutalität und Grausamkeit: Auch die Ablehnung von Demokratie und Marktwirtschaft, der Hass auf Amerika und natürlich auf Juden bzw. Israel verbindet Nazis mit dem Islam. All diese Dinge dürfte SS-Führer Heinrich Himmler gemeint haben, als er einst feststellte, die Weltanschauungen von nationalem Sozialismus und Islam seien "nicht unähnlich".

Und man sollte auch nicht vergessen, dass diese Liebe und Bewunderung stets von beiden Seiten ausgegangen ist: Wenn Deutschland heute in der arabischen Welt wohlgelitten ist, dann hat das mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sehr wenig, mit der Nazi-Zeit hingegen sehr viel zu tun. Oder wie soll man es sonst verstehen, dass zum Beispiel bei den Palästinensern der Hitler-Gruß bis heute gebräuchlich ist? Oder dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor Jahren bei einem Länderspiel in Teheran mit eben diesem Gruß von den iranischen Fußball-Fans empfangen wurde? Davon, dass es im Islam Strömungen gibt, die Adolf Hitler als einen "Gesandten Allahs" betrachten, einmal ganz zu schweigen.

Protest gegen Salafisten passt somit in keinster Weise zu so viel gegenseitiger Sympathie von nationalem Sozialismus und Islam. Die Aussage Apfels über den Respekt vor dem Islam aber passt sehr wohl dazu, wir können getrost davon ausgehen, dass dieser Spruch im Gegensatz zur Anti-Salafisten-Demo der NPD ehrlich und authentisch ist - denn eine solche Aussage steht voll und ganz in den Traditionen Hitlers und Himmlers.

Den wahren Nazi erkennt man an seiner Bewunderung für den Islam, den wahren Antifaschisten an seiner Islam-Kritik. Aber genau deswegen bleibt die Frage, warum linke Redakteure in Anbetracht dieser Gemeinsamkeiten von Nazis und Islam immer so tun, als gäbe es eine Nähe von Islam-Kritik und Rechtsextremismus? Wenn man jedoch von der Annahme ausgeht, dass linke Redakteure Begriffe wie "rechtsextrem" und "rechtsradikal" nur noch zum Zwecke der Diffamierung Andersdenkender benutzen, so passt auch das. Und in gewisser Weise dürfte es auch der Ablenkung dienen, denn solange linke Redakteure kritiklos alles bejubeln, was mit dem Islam zu tun hat, sind sie selbst diejenigen, die den Traditionen Hitlers und Himmlers deutlich näher stehen als etwa dem antifaschistischen Gedankengut.