Freitag, 14. Dezember 2012

Aussteigerprogramme für Salafisten erfolglos

So sehen Maßnahmen gegen Salafisten in Mönchengladbach aus
Hier sehen wir Plakate der einzigen konkreten Maßnahme, die sich die Mönchengladbacher Politiker Norbert Bude und Reinhold Schiffers jemals im Zusammenhang mit den Salafisten haben einfallen lassen: Das Beratungstelefon für aussteigewillige Salafisten! Eine geradezu rührende Maßnahme von SPD-Politikern, die ansonsten null und nichts gegen die Salafisten getan haben. Im Oktober 2011 hat die lokale Presse ausführlich darüber berichtet (hier und hier) - aber seitdem hat man nie wieder etwas davon gehört oder gelesen.

Was vielleicht darin begründet sein könnte, dass man uns die Resultate verheimlichen möchte? Denn am Dienstag dieser Woche hat man in einem Beitrag der Deutschen Welle zum ersten Mal öffentlich zugegeben, was sich Menschen mit gesundem Menschenverstand ohnehin längst gedacht haben: Dass Aussteigerprogramme für Salafisten bislang nichts gebracht haben.

So gibt es beispielsweise "HATIF" (Heraus aus Terrorismus und islamistischem Fanatismus), eine Notrufnummer, die Ausstiegswilligen Hilfe anbieten will. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz aber sei die Resonanz darauf "nicht sonderlich groß". Interessant ist jedoch, wie die regelmäßigen Lesern dieses Blogs gut bekannte Claudia Dantschke diesen Misserfolg erklärt: sie sieht den Fehler darin, dass "HATIF" mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeite. In die gleiche Kerbe schlägt ihr Kollege Ahmad Mansour: "Was wir brauchen sind Konzepte. Umfangreiche Konzepte, die nicht im Umfeld des Sicherheitsapparats funktionieren, sondern innerhalb der Community."

Damit offenbaren Dantschke und Mansour zum wiederholten Male ein Denken, nachdem nur die Jugendlichen, die in die Fänge von Salafisten geraten, als potentielle Opfer und schützenswerte Menschen zu betrachten sind. Man fragt sich irritiert, ob die eigentlichen Opfer, nämlich jene unschuldigen Menschen, die bei salafistischen Terror-Attentaten ums Leben kommen, im Denken von Dantschke und Mansour überhaupt vorkommen? Im Reden von Dantschke und Mansour jedenfalls kommen sie nie vor!

Der Gedanke, potentielle Mord-Opfer dadurch zu schützen, dass man die potentiellen Mörder davor bewahrt, überhaupt erst zum Mörder zu werden, ist - bis dahin betrachtet - ein guter Gedanke. Allerdings offenbart er eine gewisse naive Romantik, denn die bisherige Menschheitsgeschichte hat uns deutlich gelehrt, dass es kaum möglich ist, ideologisierte Fanatiker von ihrem Fanatismus wieder wegzubringen. Man kann nur die potentiellen Opfer davor schützen, von ideologisierten Fanatikern ermordet zu werden. Und wer wirklich die potentiellen Mörder schützen will, der muss die Ideologie als solches bekämpfen. Salafismus nicht zu verbieten, aber mit Steuermichels Geld sinnlose und teure "Aussteigerprogramme" aufzulegen, ist ein Weg, der zu nichts führt. Wer diese Realität nicht zur Kenntnis nehmen will, wer die Interessen der potentiellen Opfer gar preiszugeben bereit ist, der spielt ein gefährliches Spiel und begibt sich auch ethisch auf einen höchst fragwürdigen Weg.