Freitag, 5. Oktober 2012

Wenn sich Wunschdenken selber widerlegt

"Auch Hasan Arslan, der aus der Türkei stammt und seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, hält die Strömung für ein Problem: "Die Salafisten sind weltweit auf dem Vormarsch und stellen überall eine Gefahr für den inneren Frieden dar." Es sei richtig, ihre Organisationen im Auge zu behalten, wenn man sie aus Gründen der Religionsfreiheit nicht verbieten könne." (Auszug aus dem Beitrag "Was Muslime über den Salafismus sagen" der Frankfurter Neuen Presse vom 03.10.12, hier der ganze Beitrag)

Ja, Herrn Arslan kann man glauben, dass er das, was er da gesagt hat, auch wirklich ehrlich meint. Aus dem ganz einfachen Grunde, weil Mönchengladbacher Salafisten-Gegner während der Anti-Salafisten-Proteste 2010/2011 immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass sich ältere Türken, die schon sehr lange in Deutschland leben, mehrheitlich strikt gegen die Salafisten aussprechen. Und - Herr Arslan möge dem Betreiber dieses Blogs diese Feststellung bitte nachsehen - das von der Frankfurter Neuen Presse beigefügte Bild zeigt nun einmal einen nicht mehr ganz so jungen Hasan Arslan.

Aber leider haben die Mönchengladbacher Salafisten-Gegner bei eben diesen Protesten auch die Erfahrung gemacht, dass junge Muslime eine starke Neigung dazu haben, mit dem Salafismus zu sympathisieren. So haben ältere Türken beispielsweise oft bei den Unterschriften-Sammlungen der BI mit unterschrieben - jüngere Türken hingegen niemals. Im Gegenteil: Am 27.11.10 haben junge Türken sogar einen Info-Stand der BI angegriffen und verwüstet. Und so war es für die ehemaligen Mitglieder von BI und IgS auch in keinster Weise eine Überraschung, vorletzten Monat im SPIEGEL lesen zu müssen, dass viele der jüngeren Türken mit den Salafisten sympathisieren. Und damit dürfte auch hinreichend erklärt sein, warum sich Muslime so gut wie nie an Anti-Salafisten-Protesten beteiligen und sogenannte "Islam-Verbände" jeder Maßnahme gegen Salafisten beinharten Widerstand entgegenbringen.

Das zweite Beispiel, das die Frankfurter Neue Presse in ihrem Beitrag ausgewählt hat, stimmt eher nachdenklich: Die bekopftuchte Tunesierin Aziza Belhadj erzählt uns, sie könne nicht begreifen, "dass man in Deutschland lebt und trotzdem einen islamischen Gottesstaat errichten möchte." Mit Verlaub: Ist das eine Verurteilung des Salafismus? Und ihre Aussage, die Salafisten hätten das Ansehen des Islams "um Jahre zurückgeworfen", ist eine Sorge um das Ansehen des Islams - aber keine Sorge darüber, ob und wie sich unsere Verfassung gegenüber der Scharia durchsetzen wird. Und was das dritte Beispiel betrifft, das uns die Frankfurter Neue Presse präsentiert, so zählt dieses gar nicht bzw. hat in einem Beitrag mit dem Titel "Was Muslime über den Salafismus sagen" überhaupt nichts zu suchen, denn Abdudh Dhahir ist selber Salafist.

Eben deshalb sollte man diesen Beitrag der Frankfurter Neuen Presse auch als das sehen, was er ist: Ein "Wohlfühl-Artikelchen", in dem ein zweifelsfrei gutmeinender Redakteur versucht hat, an unser aller Wunschdenken zu appellieren - aber mit gerade mal zwei echten Beispielen, von denen sich nur eines wirklich glaubwürdig von den Salafisten distanziert hat, dürfte sich dieses Wunschdenken unfreiwillig selber widerlegt haben.

1 Kommentar:

  1. Na, endlich mal wieder. Ein bunter Potpourri, wann der Islam nichts mit dem Islam zu tun hat .... und täglich grüßt das Murmeltier des Propheten.

    ... und da erzählt, verzählt uns doch das Murmeltier tagein, tagaus, dass Salafisten überhaupt nichts mit Allah, dem letzten Propheten, Koran, Scharia zu tun haben.

    Die Kamikaze-Flieger des Propheten vom 09/11 übrigens auch nicht und die sich mit Sprengstoffgürtel oder sonstigem von Allah gesegnetem Sprengstoff ins Paradies bomben, um endlich mal an 72 Jungfrauen - vom Propheten persönlich handgeprüft - zu kommen, auch nicht.

    Und die Christen-Killer weltweit im Namen Allahs, haben sicherlich auch nichts mit dem Islam zu tun? Natürlich nicht. Das waren keine echten Muslime. Die haben den Koran nicht richtig verstanden, die Suren aus dem Zusammenhang gerissen und nicht zu Ende gelesen.

    Danke Hasan. Du hast die 114 Suren aus dem Koran richtig verstanden. Allah sei gepriesen - und sein Prophet natürlich auch.




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