Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die "Mogelpackung" der Anne Will

"Allah statt Grundgesetz - warum werden junge Muslime radikal?" - so war die gestrige TV-Debatte bei Anne Will aus Anlass des Bonner Urteils gegen den Messer-Salafisten Murat K. von der ARD angekündigt. In Wahrheit jedoch war diese Debatte nichts anderes als eine "Mogelpackung", denn das Thema Salafismus kam in dieser Debatte nur am Rande vor.

So stellte ein eingespieltes Kurz-Filmchen beispielsweise die Frage, wie gefährlich der Salafismus sei, verschwieg aber gleichzeitig fast alle salafistischen Terror-Anschläge der letzten Jahre - so etwas kann man selbst bei wohlwollendster Betrachtung nur noch als Volksverdummung bezeichnen. Es blieb Wolfgang Bosbach, wie immer eine ruhige Stimme der Vernunft, vorbehalten, kurz den Anschlag von Arid Uka zu erwähnen und auch einmal darauf hinzuweisen, dass in den letzten Jahren sieben salafistische Terror-Anschläge nur dank der guten Arbeit der Sicherheitsbehörden verhindert wurden.

Die Debatte über den Salafismus fiel jedoch aus: Betül Durmaz, Lehrerin aus Gelsenkirchen, erwähnte kurz, dass es bei jungen Muslimen eine "Renaissance des Islams" gäbe - die aber sofort und einhellig mit sozialen Benachteiligungen erklärt wurde. Was man merkwürdig finden könnte, denn das Erstarken des gewalttätigen Islams seit 9/11 ist eine weltweite und keine spezifisch deutsche Entwicklung. Trotzdem wurde diese Erklärung nicht hinterfragt, die Salafisten wurden ganz schnell beiseitegeschoben, auch der Islam als solches wurde ausgeblendet: Darüber zu diskutieren, ob und warum man nicht über den Islam diskutieren darf, ist im deutschen Fernsehen anno 2012 ganz offensichtlich bereits das höchste der Gefühle. Stattdessen entspannte sich eine Integrations-Debatte - was mit der Einladung von Heinz Buschkowsky wohl auch so beabsichtigt war.

Als "Hardliner" dieser Integrations-Debatte erwies sich der Kabarettist Serdar Somuncu, der von der ersten Minute an im Angriffs-Modus war, für Muslime bis zum Ende der Sendung konsequent die Opfer-Rolle beanspruchte und die Gründe der wachsenden Radikalisierung junger Muslime nicht nur sozial verortete, sondern auch in der "imperialistischen" Politik des Westens. Wirklich bizarr jedoch wurde es, als Herr Somuncu ernsthaft behauptete, unsere Gesellschaft würde angeblich nicht über Rechtsextremisten reden. Und was er unter Rechtsextremisten versteht, zeigt er auch schnell und deutlich: Die Mitglieder von proNRW und ihre "Schweinereien".

Die übliche und altbekannte Leier also, nach der Muslime immer nur Opfer sind, Salafisten kurzerhand als "Idioten" abgetan werden und jeder, der es wagt, den Islam kritisch zu hinterfragen, sofort abwechselnd mit der Rassismus- und der Nazi-Keule bedacht wird. Aber dass selbst SPD-Mitglied Heinz Buschkowsky, der sich nie als Islam-Kritiker hervorgetan, sondern sich immer nur kritisch und konstruktiv mit den Realitäten eines ihm anvertrauten Berliner Stadtteils auseinandergesetzt hat, von ihm in die Nähe des "braunen Sumpfes" gerückt wurde und sich den Vorwurf anhören musste, er habe sein Buch ja nur geschrieben, um "Geld zu machen", zeigt deutlich, dass wir es bei Serdar Somuncu mit einen ganz besonderen Unsympathen zu tun hatten.

Fazit: Für den Zuschauer, welcher der ARD-Vorankündigung Glauben geschenkt und eine Debatte über die salafistische Bedrohung, gar über den Islam erwartet hat, war diese Sendung nichts weiter als 75 Minuten verschwendete kostbare Lebenszeit - worüber nicht einmal die unfreiwillige Komik eines Volker Beck hinwegtröstet, der über die "schwäbische Hausfrau aus Anatolien" fabuliert und beklagt hat, es sei ja gar nicht so einfach, Deutscher zu werden und uns - last, but not least - mit der Erkenntnis verblüfft hat, Salafismus habe ja nichts mit Muslimen zu tun.

Es bleibt die Frage, warum die ARD eine TV-Debatte über den Salafismus angekündigt, dem Zuschauer jedoch eine eher weichgespülte Integrations-Debatte serviert hat? Eine solche Vermischung suggeriert ja die Botschaft, das wachsende Aggressionspotential der Salafisten habe gar nichts mit dem Islam zu tun, sondern sei sozial begründet. Und da liegt nun einmal die Vermutung nahe, dass sich die ARD ganz bewusst einer solchen "Mogelpackung" bedient hat, nur um diese - politisch korrekte, aber dennoch falsche - Botschaft unters Volk zu bringen.

1 Kommentar:

  1. Fazit der Sendung: es ist eindeutig Schuld des deutschen Staates, dass Muslime radikal werden. Sie bekommen nicht genug Geld vom Staat - Hartz IV ist zu wenig - was dazu führt, dass sie sich ausgegrenzt fühlen und deshalb werden sie folgerichtig radikal.

    Schon in den Sechzigern wurde der Fehler gemacht, dass man Türken nicht den Status in der Bevölkerung und Politik zugestanden hat, der ihnen hätte zustehen müssen. Türken sind nur nach Deutschland gekommen, um Deutschland nach dem Krieg aufzubauen, was sie dann auch erfolgreich getan haben, so "Komiker" und "Kabarettist" Serdar Somuncu.


    Der Fall des Salafistenstechers Murat K., der zwei Polizisten mit einem Messer schwer verletzte, ist nur Einzelfall. Mit dem Islam hat das alles nichts zu tun. Der ist ein Idiot gewesen und wurde für seine Tat folgerichtig verurteilt. Nur scheint Somuncu nicht zu realisieren, dass aus Einzelfällen, mittlerweile aneinander gereihte Ketten geworden sind.

    In solchen Fällen tritt reflexartig wieder der islamische Klassiker, den auch Somuncu bedient, zutage: der Islam hat mit dem Islam überhaupt nichts zu tun. Und wenn der Islam überhaupt was mit dem Islam zu tun haben sollte, dann muss man das relativieren und den Kuffar in die Schuhe schieben. Die Masche funktioniert immer und wendet auch der "Zentralrat der Muslime" und die "Türkische Gemeinde Deutschland" an.

    Und im Übrigen sollte man endlich damit aufhören Vorurteile weiter zu schüren, dass Migranten, insbesondere aus der Türkei, im deutschen Sozialnetz abhängen.
    Auch Migranten würden ins Sozialnetz einzahlen. Die Prozentzahl der einzahlenden Migranten, konnte Somuncu aber nicht belegen.
    Erstaunlich für jemanden, der in der Sendung immer gerne Statistiken heranzog, um angebliche Beweise anzutreten, dass die Bevölkerung nur Vorurteile gegen Türken und andere muslimische Migranten hat.

    Und: Buschowsky ist ein ganz übler Migrantenhetzer, so der Türke Serdar Somuncu. Der Buschowsky wollte nur Geld machen mit seinem Buch, das musste noch mal explizit erwähnt werden.


    "Comedian-Star" Serdar Somuncu tritt auf Bühnen und im Fernsehen als "Hassprediger" auf, wobei er aber betont, seine Rollen nur zu spielen.
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/serdar-somuncu/

    Serdar Somuncu spielt keine Rollen. Er ist der türkische Hassprediger, der in Deutschland sein Betätigungsfeld gefunden hat und auf intellektuellen Proll mimt.
    Mittlerweile scheint er seine prolligen Rollenspiele aber auch auszuleben. Er ist auch im Leben personifizierter türkischer Proll, der sich bei uns unter dem Deckmantel eines künstlerischen Intellektuellen auslebt oder besser gesagt: verbal auskotzt. Nach "künstlerischen" deutschen Maßstäben, handelt es sich hier um Proll-Comedie der Spitzenklasse.



    Serdar Somuncu ist bereits vor Jahren "künstlerisch" aufgefallen, als er durch die Lande zog und meinte, als Türke uns den Spiegel des 1000 jährigen Reiches vorhalten zu müssen, in dem er auf Bühnen "Mein Kampf" bissig, zynisch als auch humorvoll zitierte.

    Als Türke sollte Serdar Somuncu eine ebenso "künstlerisch" anspruchsvolle Bühnenshow über den türkischen Genozid an Armeniern auf die Beine stellen und durch seine türkische Heimat auf Tournee gehen.
    Danach würde man Serdar Somuncu allerdings für die nächsten Jahrzehnte nicht mehr wiedersehen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern

    http://tangsir2569.wordpress.com/turkentum/der-armenische-genozid/


    Wer als Türke im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, Serdar Somuncu, wenn man als Türkei selber Dreck am Stecken hat bis zur Halskrause und sich nicht seinen eigenen geschichtlichen Verfehlungen stellen will. Hier ist demütige Selbsterkenntnis und eigenes schämen angebracht, bevor man man mit Fingern auf andere zeigt.

    Als Türke und als türkischer Staat muss man noch lernen, den ersten organisierten Genozid des 20. Jahrhunderts zu verantworten.

    Aghet - Der Völkermord an den Armeniern

    http://www.youtube.com/watch?v=UqGe6_BwM2g


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