Freitag, 10. August 2012

Zu schön, um wahr zu sein

"Insbesondere seit dem Verbot der salafistischen Gruppe "Millatu Ibrahim" im Juni durch das Bundesinnenministerium setzen sich viele Anhänger der verbotenen Organisation nach Ägypten ab. Nach Informationen der "Welt" ist bis Juli dieses Jahres ein gutes Dutzend Islamisten dem Ruf Mahmouds nach Ägypten gefolgt. Darunter sind prominente Köpfe der Szene wie der Kölner Ex-Boxer Pierre Vogel oder der Konvertit Sven Lau aus Mönchengladbach. Auch der gewaltbereite Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert alias "Deso Dogg" hält sich inzwischen in dem nordafrikanischen Land auf."
Leider nicht ausgewandert: Sven Lau
Dass sich Pierre Vogel und Sven Lau nach Ägypten "abgesetzt" hätten, wie die "Welt" hier behauptet, kann man getrost als Gerücht abhaken. Warum sollten sie auch? Wieviel "Strafverfolgung" ein Sven Lau in Mönchengladbach zu befürchten hat, haben wir doch alle deutlich gesehen.

Richtig ist vielmehr, dass sich Lau und Vogel schon seit Jahren immer wieder sporadisch in Ägypten und auch Saudi-Arabien aufhalten. Nur ist das nun wirklich nichts Neues, ein "Absetzen", als das es die "Welt" darzustellen versucht, war das noch nie. Und in diesem Zusammenhang von "Flucht", gar von "Auswandern" zu schreiben, ist einfach nur (dem Sommerloch geschuldeter?) Unfug. Was man mit ein bisschen Recherche sofort daran hätte erkennen können, dass Lau und Vogel unsere Lebensfreude bislang immer wieder empfindlich mit ihrer Rückkehr gestört haben. Insbesondere Pierre Vogel hat sich in jüngerer Vergangenheit mehr und mehr zum Pendler zwischen Deutschland und Ägypten entwickelt.

Natürlich kommen deutsche Salafisten aus Ägypten immer wieder zurück, auch Mohamed Mahmoud und Denis Cuspert alias "Deso Dogg" dürften wir nicht endgültig los sein. Und natürlich kommen sie aus Ländern wie Ägypten und Saudi-Arabien eher noch radikaler, aber mit Sicherheit nicht friedlich und geläutert zurück - zumindest in diesem Punkt ist der Aussage von Herrn Flade zuzustimmen. Damit sollte auch hinreichend erklärt sein, weshalb die vorübergehende Abwesenheit des einen oder anderen deutschen Salafisten keinen wirklichen Grund zur Freude, gar zur Entwarnung, darstellt.