Donnerstag, 9. August 2012

Was für ein trauriger Geburtstag!

Erinnert sich noch jemand an den 9. August 2010? Stichwort "Wurstparade"?

Hoffentlich! Denn mutige Mönchengladbacher Bürger haben in den Jahren 2010 und 2011 etwas geleistet, was im Grunde genommen historisch ist: Sie haben den ersten und bislang einzigen deutschen Bürger-Protest gegen gefährliche Islamisten organisiert - den Mönchengladbacher Bürger-Protest gegen die Salafisten. Fast ohne Unterstützung aus Politik oder Kirchen haben mutige Mönchengladbacher ein ganzes Jahr lang Unterschriften gesammelt, Mahnwachen und Demos veranstaltet. Natürlich auch bei Regen oder in winterlicher Kälte, manchmal gab es brutale Übergriffe der Salafisten oder von anderen "Kulturbereicherern", fast regelmäßig wurde man auf der Straße von linken Intelligenzverweigerern als "Nazis" beschimpft, auch schikanöse Auflagen der Stadt mussten Salafisten-Gegner schon mal geduldig ertragen. Aber da Mönchengladbacher Salafisten-Gegner aus ordentlichem Holz geschnitzt sind, haben sie sich durch solche Dinge nie beirren oder gar einschüchtern lassen.

Im Gegensatz zu diesen peinlichen und armseligen Gestalten, die nur deswegen den Mut haben, ständig "gegen Rächtz" zu demonstrieren, weil das seit 1945 bekanntlich sehr ungefährlich ist, können diese mutigen Mönchengladbacher Bürger stolz sein auf das, was sie geleistet haben. Und, ja, trotz aller Differenzen untereinander, die es gelegentlich (= eigentlich immer) gab, ist auch der Verfasser dieser Zeilen stolz und auch dankbar, da mitgemacht zu haben.

BI-Demo, 2011
Trotzdem ist der heutige Tag ein sehr trauriger Geburtstag, denn der Mönchengladbacher Bürger-Protest gegen die Salafisten ist schon lange tot. Und zwar nicht deshalb, weil es nichts mehr gibt, gegen das man protestieren könnte. Im Gegenteil: Nachdem die geplante salafistische "Islamschule" erfolgreich verhindert wurde, haben sich die Salafisten lediglich einen neuen Namen gegeben und sind in einen anderen Stadtteil gezogen. Aber sie sind gefährlicher als 2010, erst vor kurzem mussten wir in der Lokal-Presse lesen, dass sie sich weiter radikalisiert haben. Was nach den Bonner Salafisten-Krawallen im Mai dieses Jahres eigentlich hätte Alarmglocken schrillen lassen müssen. Aber nicht in Mönchengladbach, wo sie mehr denn je gehätschelt werden: Nach all den Skandalen der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft bei der "Strafverfolgung" von Salafisten mussten wir in diesem Jahr auch noch schockiert zur Kenntnis nehmen, wie einfach und mit Wissen der Stadt die Salafisten in Rheydter Moschee-Gemeinden untertauchen konnten.

Wir sehen deutlich: Heute, im August 2012, wären Proteste dagegen, wie die Herren Salafisten in dieser Stadt gehätschelt werden, objektiv gesehen noch wichtiger als selbst im August 2010. Und trotzdem tut sich nichts mehr, was sehr deprimierend ist.

Seit dem Frühsommer 2011 existiert bei den Mönchengladbacher Salafisten-Gegnern ein mehrheitlicher Konsens, dass wir möglichst bald eine neue Anti-Salafisten-Initiative brauchen. Erinnern wir uns: Damals wandelte sich die einst so aktive und stolze BI in eine Partei und trat ihren Weg in die damit vorprogrammierte Bedeutungslosigkeit an. Fast gleichzeitig ergab sich bei der bis dato ebenfalls sehr aktiven IgS die Situation, dass niemand mehr bereit war, mit deren Presse-Sprecherin zusammenzuarbeiten. Beide, mehr oder weniger zeitgleichen Entwicklungen führten dazu, dass die Mehrheit der Mönchengladbacher Salafisten-Gegner beide Initiativen fast über Nacht abgeschrieben und angefangen hat, nach einer neuen Initiative zu rufen.

Und dass sich an diesem mehrheitlichen Konsens nie etwas geändert hat, erkennen wir an der aktuellen Leser-Umfrage "IgS ist schon lange tot, die 'Schultz-Partei' gescheitert: Brauchen wir jetzt in Mönchengladbach eine neue Anti-Salafisten-Initiative?" Schauen wir uns doch mal kurz den aktuellen Zwischenstand dieser Leser-Umfrage an: 6% geben an, dass wir keine solche Initiative brauchen, weil die Politik das schon macht - was man in Anbetracht der Passivität unserer Landespolitik bemerkenswert finden könnte. 11% geben an, dass sie in dieser Frage unsicher seien - was zumindest ehrlich sein dürfte. 92 Teilnehmer dieser Umfrage, mit 83% die überwältigende Mehrheit, sind jedoch der Meinung, dass wir eine solche Initiative möglichst bald brauchen. Was - am Rande bemerkt - traditionell auch die Meinung des Blog-Betreibers ist.

Aber immer dann, wenn die Gründung einer neuen Mönchengladbacher Anti-Salafisten-Initiative konkret werden soll und herumgefragt wird, zeigt sich eines jedesmal sehr schnell und deutlich: Diejenigen, die auch mitzumachen bereit sind, kann man an einer Hand abzählen. Immer dann, wenn's konkret wird, kann man von 92 Teilnehmern nur träumen - und das ist seit inzwischen mehr als 13 Monaten das immer gleiche Spiel. Wären nur 15 oder vielleicht 20% derjenigen, die bei solchen Umfragen für eine neue Initiative votieren, auch zum Mitmachen bereit, könnten wir längst weiter sein.

Traurig, aber wahr.