Samstag, 11. August 2012

Über den Sinn und Unsinn von Falschmeldungen

Der gestrige Bericht der "Welt" darüber, dass sich Solinger Salafisten nach Ägypten abgesetzt hätten, macht inzwischen die Runde und wird von allen anderen großen Medien unseres Landes entsprechend übernommen. Es fällt jedoch auf, dass der Teil der Geschichte, nachdem sich angeblich auch Pierre Vogel und Sven Lau nach Ägypten abgesetzt hätten, von den anderen Medien konsequent "einkassiert" wurde (hier und hier). Ganz offensichtlich teilen die Redakteure anderer Zeitungen die Einschätzung des Blog-Betreibers, dass es sich hierbei um Blödsinn handelt, der von der "Welt" einfach dazugedichtet wurde.

Ferner fällt auf, dass diese Falschmeldung genau in der Woche verbreitet wurde, in der bekannt wurde, dass sich ein Terror-Drahtzieher und Ex-Leibwächter von Herrn bin Laden seit Jahren unbehelligt in Bochum aufhält und nicht abgeschoben wird. Und dieser Skandal ist bemerkenswert schnell wieder aus unserer Medien-Berichterstattung verschwunden. Da könnte man glatt auf den bösen Gedanken kommen, dass unsere politisch korrekten Medien mal ganz schnell eine neue Sau durchs Dorf jagen, um von eben diesem Skandal abzulenken.

Und dann gibt es noch etwas, was den Betreiber dieses Blogs sehr nachdenklich gemacht hat: Dem gestrigen Bericht der "Welt" kann man eindeutig entnehmen, dass unsere Verfassungsschützer immer noch glauben, sie könnten hochrangige und gefährliche Salafisten, solange sich diese auf deutschem Boden befinden, kontrollieren und "sichern". Dass sich unsere Verfassungsschützer auch nach dem Attentat Arid Ukas in Frankfurt immer noch dermaßen selbst überschätzen, ist einfach nur erschreckend.

Eine naive und untätige Landespolitik, Verfassungsschützer, die sich immer noch selber überschätzen und Medien, die Skandale schnell wieder vertuschen - für die Menschen in diesem Land ist das ein ungenießbarer und vor allem hochgefährlicher Cocktail.