Donnerstag, 16. August 2012

Junge Deutsch-Türken finden Salafisten gut

"Die hohe Zustimmung unter den jungen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund könne "auf eine verstärkte Rückbesinnung gerade der jungen Generation auf religiöse Werte der Heimat ihrer Eltern zurückzuführen sein - ohne dass sich daraus bereits ein unmittelbarer Trend zum politischen Islamismus ableiten" ließe, so Holger Liljeberg, Geschäftsführer der Info GmbH. "Bei den älteren Türken in Deutschland, die ja überwiegend selbst eingewandert und daher politisch von Laizismus und Kemalismus in der Türkei geprägt sind, stößt die Aktion "Lies!" dagegen überwiegend auf Ablehnung", so Liljeberg."

Diese erschreckende Erkenntnis verdanken wir einer Umfrage, die herausfinden sollte, wie Menschen mit türkischem Migrationshintergrund der Koran-Verteilaktion "Lies!" der Salafisten gegenüberstehen. Und die obligatorische Beruhigungspille für den deutschen Michel liefert der SPIEGEL natürlich auch gleich mit: So wird betont, dass die Sympathie junger Deutsch-Türken für die Aktionen der Salafisten ja nur in der "verstärkten Rückbesinnung gerade der jungen Generation auf religiöse Werte der Heimat ihrer Eltern" begründet sei. Nein, mit einer Hinwendung zum politischen Islamismus habe das natürlich nichts zu tun - aber nicht doch.

Am Rande bemerkt: Für die simple Erkenntnis, dass ältere Türken den Salafisten strikt ablehnend gegenüberstehen, jüngere Türken jedoch sehr viel Sympathie für die Salafisten haben, hätte es diese Umfrage gar nicht gebraucht. Denn das konnte man bereits anno 2010 an den Reaktionen auf die Info-Stände der damaligen BI deutlich erkennen - in diesem Zusammenhang sei kurz an einen Überfall junger Türken auf einen solchen Info-Stand im November 2010 erinnert.

Aber zurück zur Aussage des SPIEGEL, dies sei kein Trend zum politischen Islamismus. Komisch in diesem Zusammenhang ist einfach nur, dass junge Menschen mit türkischem Migrationshintergrund - genau wie Linke - so gut wie nie gegen die Salafaschisten protestieren. Wenn Salafisten Krawall machen und Polizisten abzustechen versuchen, dann kommen immer nur formale und teilweise auch sehr befremdliche Distanzierungen von Islam- oder Migrantenverbänden. Wenn salafistische Terroristen unschuldige Menschen massakrieren, wie zuletzt in Toulouse, dann wird uns flott und reflexartig erzählt, das habe ja nichts mit dem Islam zu tun. Aber wenn der niedersächsische Innenminister konkrete Maßnahmen gegen die Salafisten ergreift, dann wird sofort laut und beleidigt protestiert.

Und da will man uns allen Ernstes weismachen, das sei ja alles nur in der Rückbesinnung auf religiöse Werte in der Heimat der Eltern begründet - und habe nichts mit einer Hinwendung junger Türken zum politischen Islamismus zu tun?

Wer's glaubt . . . .