Mittwoch, 15. August 2012

Bochum: Anwohner in Angst

Ob der angebliche Ex-Leibwächter von Osama bin Laden und Terror-Drahtzieher aus Bochum jetzt tatsächlich untergetaucht ist oder nicht, ist noch immer nicht wirklich geklärt. Nachdem am Montag der "Welt"-Journalist Florian Flade berichtet hat, der Herr Terrorist würde sich nicht mehr bei der Polizei melden, haben am Dienstag Nachbarn von ihm überraschenderweise behauptet, sie hätten ihn - westlich gekleidet - wieder auf seinem Weg zur Polizei gesehen. Sicher ist bislang nur, dass die Gardinen seiner Bochumer Wohnung seit Tagen zugezogen sind - aber das kann vieles bedeuten.

Was hierbei ganz offensichtlich niemanden interessiert, ist die Angst der Anwohner - von denen einige nunmehr wegziehen wollen. Denn die WAZ hat letzte Woche nicht nur einen gefährlichen salafistischen Terroristen enttarnt, auch wurde schon vor Tagen öffentlich, dass jener Terrorist in der Stahlhauser Straße in Bochum lebt.

Bochumer Behörden und Vermieter lassen die Anwohner im Stich

So beklagen die Anwohner nicht nur, dass sich der Vermieter nicht für diesen Vorgang interessiere. Viel erschreckender jedoch ist, dass auch die Bochumer Behörden die Anwohner in ihrer Angst völlig alleine lassen: So berichten Anwohner übereinstimmend, weder Vertreter der Polizei oder des Ordnungsamtes hätten sich bislang die Mühe gemacht, sie aufzusuchen und mit ihnen zu sprechen. Auch die SPD-Oberbürgermeisterin wurde bislang in der Stahlhauser Straße nicht gesehen. Eine Gleichgültigkeit gegenüber den Ängsten der Menschen, die Mönchengladbacher Lesern wohlbekannt sein dürfte.

Erschreckend ist aber auch, wie verantwortungslos unsere Medien mit den Ängsten und Risiken der Anwohner umgehen: So berichtete eine Anwohnerin darüber, dass Reporter von RTL (womit sie wohl SPIEGEL-TV gemeint hat, Anm. d. Blog-Betreibers) ihr vor einem Interview versprochen hätten, ihr Gesicht würde im Fernsehen nicht gezeigt werden. Was sich aber leider nicht als wahr herausgestellt hat, denn ihr Gesicht wurde im Fernsehen ungepixelt gezeigt - die Salafisten hingegen werden von unseren Medien nur gepixelt oder mit schwarzen Balken über den Augen gezeigt.

Das ist Deutschland anno 2012: Behörden und Medien, die sich immer wieder schützend vor salafistische Terroristen stellen - denen die Ängste und Risiken von Anwohnern und anderen unschuldigen Menschen jedoch herzlich gleichgültig sind.