Freitag, 3. Februar 2012

Wer erzählt uns hier "Märchen aus 1.001 Nacht"?

"Der 21-Jährige verzichtete am Donnerstag auf sein Recht auf ein letztes Wort. Für Kopfschütteln sorgte zuvor jedoch seine Erwiderung auf die Beobachtung der Nebenklage, dass er der Zeugenaussage des Journalisten interessiert zugehört habe, während er ansonsten im Prozess eher teilnahmslos gewirkt habe. Er sei gerade fast eingeschlafen. Interessant sei das nicht gewesen. "Ich weiß, wo ich war", sagte U." (Quelle: nh24.de, 02.02.12)

Komisch: Während des gesamten Prozesses gegen ihn hatte man bei Arid Uka zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ihn irgendwas interessiert - schon gar nicht das Leid seiner Opfer oder deren Familien. Aber ausgerechnet bei der gestrigen Zeugenaussage eines Journalisten über seine Recherchen in Sachen Uka hörte dieser plötzlich interessiert zu - das läßt wahrlich tief blicken.

Aber leider muß man sich unter juristischer Betrachtung tatsächlich dem Urteil von Bundesanwalt Jochen Weingarten anschließen, in Bezug auf die "außerordentlich ausgewogene und differenzierte Zeugenaussage" des Journalisten ebenso wie in der Feststellung, dass diese an den faktischen Grundlagen der Urteilsfindung nichts geändert habe. Denn einen "gesicherten Beweis" im juristischen Sinne für einen Aufenthalt Ukas in einem islamistischen Terror-Camp stellen diese Ausführungen in der Tat nicht dar. Was der Stuttgarter Journalist Franz Feyder in seinem Beitrag "Einsamer Wolf" in den Stuttgarter Nachrichten vom 16.01.12 übrigens auch nie explizit behauptet hat: Er hat in diesem Beitrag lediglich dargelegt, dass sich bosnische Zeugen aus der Nähe eines solchen Camps an "Abu Reyyan" alias Arid Uka erinnert haben.

Trotzdem ist der Betreiber dieses Blogs sehr verwundert darüber, dass ausgerechnet Ukas Verteidigung sich erdreistet, Feyders Recherchen als "Märchen aus 1.001 Nacht" abzuqualifizieren. Denn es war gerade Ukas Verteidigung, die uns diese sehr märchenhafte Geschichte vom gutmütigen Jungen, der unpolitisch und nicht religiös sei, zugemutet hat. Und diese Geschichte weist nun mal gleich mehrere Merkwürdigkeiten auf:

Da ist einmal der Punkt des angeblichen islamistischen Propaganda-Videos, welches die Vergewaltigung einer Muslima durch U.S.-Soldaten zeigen und angeblich Ukas Tat ausgelöst haben soll; Selbst wenn wir an dieser Stelle einmal außen vor lassen, wie geschmack- und pietätlos es doch ist, derlei feige Morde auch noch als "humanitäre Tat" darzustellen, so bleibt immer noch, dass Techniker des BKA keinerlei Beweise dafür finden konnten, dass Uka ein solches Video tatsächlich gesehen haben soll.

Was jedoch gefunden wurde, war laut Recherchen des WDR eine Internet-Botschaft, mit der Uka bereits am 07.01.11 (also Wochen vor der Tat) dem singenden Jihadisten "Deso Dogg" seine Liebe "für Allah" bekundet hat. Für einen gutmütigen Jungen, dem laut seiner Verteidigung das Leid der afghanischen und irakischen Zivilbevölkerung angeblich nahe gegangen sein soll, könnte man eine solche Liebe zum Jihad sehr bemerkenswert finden.

Ferner ist es höchst verwunderlich zu behaupten, eine Tat, die mit lautem "Allahu akbar" begangen wurde, sei nicht religiös begründet. Und nicht zuletzt ist uns Ukas Verteidigung bis heute jede Erklärung dafür schuldig geblieben, wie es Uka, der ja angeblich vor der Tat nie geschossen haben soll, gelungen ist, allen seinen Opfern gezielt in den Kopf zu schießen. Da läßt sich die Frage, wer uns da "Märchen aus 1.001 Nacht" erzählt hat, doch leicht und schnell beantworten.

Ein Verdienst des gestrigen Zeugen wird bleiben: Während sich fast alle Journalisten dieser Republik bereits am Tag 1 nach diesem schrecklichen Anschlag auf die bequeme Geschichte des "Einzeltäters" verständigt hatten, waren Ahmet Senyurt und Franz Feyder die einzigen, die sich die Mühe gemacht haben, mögliche Hintergründe dieser Tat näher zu beleuchten und zu recherchieren. Und an einer Erkenntnis kommt man einfach nicht vorbei: Die Schlußfolgerung aus Feyders Recherchen ist bis heute zumindest die einzige plausible Erklärung dafür, warum es Uka gelingen konnte, allen seinen Opfern gezielt in den Kopf zu schießen.

Das Urteil in diesem Prozeß soll am 10. Februar verkündet werden.

Kommentare:

  1. ... die Verteidigung von Ukas wird aber nach unbestätigten Berichten einen weiteren Zeugen benennen - einen gewissen Allah - der sich womöglich zum Attentat bekennen wird.

    "Nicht ihr habt sie erschlagen, sondern Allah erschlug sie. Und nicht du hast geschossen, sondern Allah gab den Schuß ab; und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm. Wahrlich, Allah ist Allhörend, Allwissend".

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  2. Für mich sind das alle Idioten, es wird auch hier Zeit das wir langsam einen Geerd Wilders bekommen.

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