Donnerstag, 9. Februar 2012

Gedanken am Vorabend des Urteils

Am Vorabend des Urteils gegen Arid Uka sei es dem Betreiber dieses Blogs bitte gestattet, noch ein paar persönliche Gedanken niederzuschreiben.

Abgesehen von unserer Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft dürfte es in den letzten 10 Monaten nichts gegeben haben, über das ich so oft geschrieben habe, wie über diesen Anschlag, seine Opfer und diesen Prozeß. Aber obwohl ich soviel darüber geschrieben habe, habe ich mehr als ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich mit den Opfern auseinandersetzen konnte. Und obwohl die Fotos der Ermordeten schon kurz nach der Tat im Internet zu sehen waren, habe ich sie monatelang nicht sehen können - oder wollen. Gelernt habe ich dadurch, wie schwer es doch fällt, sich mit getöteten Menschen und zerstörten Familien zu beschäftigen. Oder überhaupt wahrzunehmen und zu begreifen, was da passiert ist.

Was mich an diesem Anschlag wie auch an dem Prozeß am meisten entsetzt hat, war diese Mischung aus Gleichgültigkeit und Ignoranz, mit der unsere deutschen Medien darauf reagiert haben - was man bei dem ersten islamistischen Anschlag auf deutschem Boden sehr beunruhigend finden könnte.

Ganz besonders negativ hat sich da leider mal wieder unsere Rheinische Post hervorgetan, die schon in den Tagen nach diesem schrecklichen Anschlag dadurch aufgefallen ist, dass sie als eine der wenigen deutschen Zeitungen die Bezüge des Attentäters zu den Salafisten einfach mal so verschwiegen hat. Aber auch die anderen Medien waren nicht soo viel besser - dass ich mir detaillierte Informationen über den Prozeß nicht selten aus dem amerikanischen Internet holen mußte, sagt doch im Grunde alles. Das die gleichen Politiker, aber auch die gleichen Medien, die wochenlang hysterisch über 3 Neo-Nazi-Mörder debattiert und berichtet haben, den Opfern des ersten islamistischen Anschlages auf deutschem Boden mit einer solchen Ignoranz und Gleichgültigkeit begegnet sind, hat bei mir eine Abscheu ausgelöst, die ich leider nicht mehr in justiziable Wörter kleiden kann.

Nun habe ich auf diesem Blog ja von Anfang an die Auffassung vertreten, dass es besser gewesen wäre, Arid Uka der U.S.-Justiz zu überlassen; Leider muß ich nach mehr als fünf Monaten Prozeß nunmehr am Vorabend des Urteils feststellen, dass der deutsche Umgang mit diesem Prozeß diese Auffassung nur bestätigt hat.

Morgen geht es im Grunde genommen nur noch um die Frage, ob Arid Ukas feige Morde religiös begründet waren oder nicht: Die Bundesanwaltschaft und Ukas Verteidigung haben da ja bekanntlich völlig unterschiedliche Anträge gestellt. Und wie man bei einer Tat, die nach eindeutigen Aussagen von Zeugen mit lautem "Allahu akbar" begangen wurde, überhaupt noch über den religiösen Hintergrund debattieren oder diesen gar in Frage stellen kann, dürfte für keinen gesunden Menschenverstand dieser Welt noch nachvollziehbar sein.

Und was das morgige Urteil betrifft, so scheint mir eines jetzt schon festzustehen: Es wird in jedem Fall zu mild sein. Arid Ukas unverdientes Glück, nach deutschem Recht abgeurteilt zu werden, verdient es jedoch nicht einmal, noch weiter kommentiert zu werden.

Ansonsten verbinde ich mit dem morgigen Urteil zwei Hoffnungen: Zum einen natürlich, dass das Gericht die besondere Schwere der Tat feststellt. Denn der Gedanke, das Herr Uka nach 15 Jahren wieder frei kommen könnte, ist nicht erträglich.

Zum anderen hoffe ich darauf, dass sich in der Urteilsbegründung nichts finden wird, was für die Opfer und deren Familien eine erneute Verhöhnung sein könnte. Denn die Gleichgültigkeit und Ignoranz, mit der unsere Medien und Politiker auf die Opfer dieses Anschlages reagiert haben, bei gleichzeitigem "Hofieren" von Opfern und Angehörigen der Neo-Nazi-Morde, dürfte für die Angehörigen der Opfer dieses Anschlages Verhöhnung genug gewesen sein.

Alle meine guten Wünsche, meine Anteilnahme, aber auch all mein Respekt werden am morgigen Tag mit den Familien Alden, Cuddeback und Schneider sein.

1 Kommentar:

  1. ... selbstverständlich wird der erste deutsche Bundesmuslimenpräsident, Mustafa Wulff, auch die Angehörigen der Mordopfer und schwerverletzten Opfer des islamischen Mörders Arid Uka, der ausdrücklich im Namen Allah's mordete, auf Schloss Belleveu einladen um ihnen Trost zusprechen, so wie bei den Angehörigen der Morde an türkischen und griechischen Migranten durch Rechtsextremisten ... ich bin da ganz voller Hoffnung, dass Mustafa Wulff hier keine Unterschiede macht, was die Nationalitäten der Opfer betrifft.
    (Satire aus - eher würde ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen)

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